6 Fragen an eine Zukunfts­forscherin Dr. Marianne Reeb im Interview

Wie werden wir uns in der Zukunft bewegen, welche Rolle wird das Auto spielen und wie wichtig ist Daimler Mobility bei dieser Entwicklung? Um diese Fragen zu beantworten, muss man eine Glaskugel bemühen - oder man spricht mit Prof. Dr. Marianne Reeb. Die Trendforscherin wirft für die Daimler AG einen Blick in die Zukunft. Das zentrale Thema: Wie sieht die Mobilität von morgen aus?

Welche Rolle wird das Auto in der Zukunft spielen?

Ich glaube, das Auto wird noch immer seinen Platz in der Stadt der Zukunft haben. Wir werden Autos bei Car Sharing Services und in Flotten haben, aber wir werden genauso private Autos auf der Straße sehen. Wahrscheinlich werden wir nicht immer unser Privatfahrzeug benutzen. Wir werden zwischen den verschiedenen Transportmöglichkeiten variieren, aber in einigen Fällen werden wir noch immer mit dem eigenen Auto unterwegs sein.

Wie werden wir uns in der Zukunft bewegen?

Ich denke, die Mobilität wird in den Städten der Zukunft vielfältiger sein als heute. Diese Entwicklung begann bereits vor zehn Jahren und wird sich auch in der Zukunft fortsetzen. Heutzutage haben wir viele Möglichkeiten, von A nach B zu kommen, und wir wählen diejenige, die am besten zu unserem Anlass passt. Deshalb müssen wir jeden Tag mehr Entscheidungen treffen und nicht der täglichen Routine folgen. Manchmal werden wir das Fahrrad nehmen oder den Bus und in anderen Fällen das eigene Auto.

Welche Stadt ist führend, wenn es um die Mobilität der Zukunft geht?

Es gibt weltweit viele fortschrittliche Städte, die auf dem Weg sind, ‘Smart Cities‘ zu werden. Sie alle verfolgen einen ähnlichen Ansatz und haben die gleichen Prinzipien. Sie wollen die Aktive Mobilität verbessern und wissen, dass sie ihre Ziele nur erreichen können, wenn sie mit Bürgern und Unternehmen zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel ist Singapur, das bei der Entwicklung einer intelligenten und effizienten Mobilität sehr weit vorne ist. Weitere innovative Städte sind Kopenhagen, Amsterdam, Mailand, aber auch Berlin und Hamburg.

Die Mobilität von morgen. Dr. Marianne Reeb blickt für Daimler in die Zukunft.

"Smart Cities" – was sind die Trends?

Einer der wichtigsten Trends ist – und das ist auch die Definition von ‘Smart Cities’ –, dass Städte mit Hilfe von Daten gesteuert werden. Das Potenzial der telematikbasierten Daten, die wir aus Autos generieren könnten, ist enorm. Dadurch könnten wir das Nutzungsverhalten unserer Kunden besser verstehen. Die Nutzung dieser Daten in Kombination mit anderen Verkehrsdaten könnte den Verkehr für jeden einzelnen Autofahrer verbessern.

Wie wichtig ist Daimler Mobility für Daimler im Hinblick auf die Mobilität der Zukunft?

Daimler Mobility ist sehr wichtig für die Zukunft von Daimler. Denn wir wissen, dass es in der Zukunft um Mobilität geht, und dabei spielt nicht nur das eigene Auto eine Rolle. Wenn man andere Branchen betrachtet, dann geht es nicht nur um Smartphones, sondern auch um deren Ökosystem. Ich bin mir sicher, dass Mobilität in der Zukunft das Ökosystem rund um das Auto sein wird. Deshalb brauchen wir starke Dienstleistungen und Ökosysteme für unser Geschäft von morgen.

Wird es in der Zukunft eine Zweiklassengesellschaft geben – Stadt vs. Land?

Wir müssen uns auf die städtischen Gebiete konzentrieren. Die meisten Probleme werden nicht von den Bewohnern verursacht, sondern sie sind dem täglichen Pendlerverkehr geschuldet. In den ländlichen Gebieten haben wir andere Bedingungen. Aber es gibt Möglichkeiten, die die Mobilität auch dort verbessern können. Der Bus muss zum Beispiel nicht jede Stunde kommen, wenn es niemanden gibt, der ihn braucht. Wahrscheinlich wird es in der Zukunft eine App geben, um andere Menschen in einer Ortschaft zu finden, die einen in die Stadt bringen.

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