Elektrische Roadtrips? Challenge e-ccepted Reisen mit einem Elektroauto

17. August 2020 - Felix Hamer ist fasziniert von Elektroautos. Seit 2016 mietet er Elektrofahrzeuge und nimmt sie mit auf Roadtrips. Er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und bietet Routenplanung sowie Beratung für alle, die sich für Langstreckenfahrten mit einem Elektrofahrzeug interessieren. Wir haben mit ihm über Reichweiten von Elektroautos, die abenteuerlichen Seiten von EV-Roadtrips und seine Erfahrungen mit dem Mercedes-Benz EQC* gesprochen.

Hallo Felix, kannst du dich kurz vorstellen? Wer bist du und was ist deine Mission?

Hi, ich bin Felix und komme aus den Niederlanden. Ich würde sagen, meine Mission ist es zu zeigen, dass es möglich ist, jede Strecke mit einem Elektrofahrzeug zurückzulegen. Es braucht nur etwas Planung und eine kleine Einstellungsänderung. Als Belohnung erhält man unvergessliche Roadtrips und lernt neue Orte kennen.

Wie hast du herausgefunden, dass Roadtrips mit Elektrofahrzeugen dein Ding sind?

Vor etwa sieben Jahren nahm ich an einer E-Rallye rund um Amsterdam teil. Ich bekam die Chance, einen Elektro-smart von car2go auszuprobieren und hatte viel Spaß, durch die Stadt zu fahren, um all die gestellten Herausforderungen zu lösen. Ich war ziemlich beeindruckt, wie lange wir fahren konnten, ohne aufladen zu müssen. Drei Jahre später gewann ich eine Fahrt mit einem Elektromotorrad und fuhr damit an den Strand. Als ich auf dem Heimweg für einen Ladestopp anhielt, hatte ich einen Aha-Moment. Wenn ich mit dem Motorrad und dem kleinen Akku einen Trip ans Meer machen kann, warum nicht mit einem E-Auto einen "echten" Roadtrip machen und die Ladeinfrastruktur nutzen, um dorthin zu gelangen, wohin ich möchte. Diesen Gedanken im Hinterkopf, begann ich, Elektroautos zu mieten und erkundete auf verschiedenen Roadtrips die Niederlande. Die nächste Herausforderung bestand dann darin, auch in andere europäische Länder zu reisen und das habe ich gemacht.

Mittlerweile reist Du nur noch elektrisch. Wann hast Du diese Entscheidung für Dich gefällt?

An eine Nacht werde ich mich immer erinnern. Ich nahm an einem E-Motorrad-Event in Paris teil und wir waren etwa 70 Teilnehmer, die mit ihren Motorrädern nachts durch die Stadt fuhren. Als die Sonne gerade aufging, hielten wir an einer Ampel und es war vollkommen still um uns. Normalerweise hört man das ohrenbetäubende Geräusch der Motoren, wenn 70 Motorräder auf einem Fleck sind aber wir konnten sehen wie die Stadt aufwachte, ohne von uns gestört zu werden. Das war ein unglaubliches Gefühl und in diesem Moment habe ich mir das Ziel gesetzt, von nun an überall hin rein elektrisch zu fahren.

Du bietest auch an, Reisen für andere zu planen oder sogar andere Personen mit auf deine Reisen zu nehmen. Wie kam das?

Als ich immer mehr Roadtrips machte und anfing, Bilder und Einblicke auf Social Media zu teilen, wurde ich von vielen Menschen kontaktiert, die sich für das Thema interessierten. Die meisten wollten wissen: Ist das überhaupt möglich und wie plant man das? Daher begann ich, mein Wissen und meine Erfahrung zu teilen und verwandelte das Hobby langsam in einen Beruf. Für die Roadtrips, die ich anbiete, miete ich immer Elektrofahrzeuge, damit ich verschiedene Autos ausprobieren kann und auch das Modell wähle, das der Route angemessen ist oder die Wünsche meiner Kunden erfüllt.

Was ist das erste, was du tust, wenn du mit der Planung eines EV-Roadtrips beginnst?

Ich gehe auf eine Website namens "A better routeplanner". Dies ist ein guter Anfang, um einen "Entwurf" für die Route zu bekommen. Man kann den Fahrzeugtyp sowie Start- und Zielort eingeben, genau wie auf Google Maps. Dann wird eine Route und Ladestationen auf dem Weg vorschlagen. Ich plane, wo ich übernachten möchte und prüfe, ob eine Ladestation zur Verfügung steht. Es ist auch wichtig zu checken, welche Länder und Gebiete man durchquert, denn die Kosten und Regelungen können sehr unterschiedlich sein. Ich schaue immer vorab, welche Kosten für das Laden entstehen und welche Ladekarten ich besorgen muss.

Was ist eine wesentliche Sache, die du immer auf deinen EV-Roadtrips dabeihast?

Ich würde empfehlen, immer ein Verlängerungskabel mitzunehmen. Nur für den Fall, dass es keine Ladestation gibt, kann man das Auto immer noch an einer Haushaltssteckdose aufladen.

Im Februar hast du den Mercedes EQC auf einen Roadtrip nach Spanien mitgenommen. Wie war das?

Ich war ziemlich neugierig auf den EQC* und ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war. Man bekommt das echte Mercedes Luxus-Feeling, das einzigartig ist und es gibt einige Funktionen, die ich sehr mochte, im Vergleich zu anderen EVs. Zum Beispiel zeigt der EQC* die Geschwindigkeit des Ladens – ich lege viel Wert auf solche Details. Darüber hinaus ist der Automatisierungsgrad beeindruckend. Die Assistenzsysteme machen das Fahren des EQC* entspannt und komfortabel. Ich sage immer, dass ich mich wie ein "Manager" des EQC* gefühlt habe, da er so viel von selbst tut und nur etwas Anleitung braucht.

Was gefällt dir an EV-Roadtrips am meisten?

Es geht nicht um das Ziel, sondern darum, tatsächlich unterwegs zu sein und verschiedene Orte auf dem Weg zu erkunden. Ich plane meine Ladestopps oft so, dass ich die Zeit nutzen kann, um einige Sehenswürdigkeiten oder die Natur zu erkunden. Und selbst wenn ich meine Stopps nicht vorausplane mag ich es, Zeit zu haben, um spazieren zu gehen, einen guten Kaffee zu trinken oder Leute zu treffen. Ich bleibe auch oft nicht auf Autobahnen, sondern nehme die Landstraße. Autobahnen nehmen oft weitere Strecken, da sie Städte umfahren und die Geschwindigkeit auf der Autobahn verringert meine Reichweite. Die Fahrt durch Dörfer führt mich nicht nur entlang der Ladestationen, ich bin auch schon an wunderschönen Orten vorbeigekommen, die ich nie mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor erkundet hätte.

Kannst du eine gute Route für "Anfänger" empfehlen?

Ja, auf jeden Fall. Eine meiner Lieblingsrouten ist Amsterdam nach Budapest. Es gibt einige spannende Streckenteile, aber im Allgemeinen ist die Planung und Suche nach Ladestationen sehr einfach.

Eine andere Route, die ich wirklich mag, ist Amsterdam nach Berlin. Ich bin diese Strecke in den letzten Jahren mehrmals gefahren und konnte beobachten, wie sich die Infrastruktur drastisch verändert hat. Mittlerweile gibt es mehrere Schnellladestationen, so dass die Strecke wirklich viel Spaß macht. Man erhält einen Eindruck davon, wie elektrisches Fahren in Zukunft sein kann.

Eine letzte Frage: Was würdest du Leuten antworten, die sagen: "Es ist nicht möglich, mit einem Elektrofahrzeug auf Reisen zu gehen?"

Ich würde ihnen sagen, dass sie mich kontaktieren und es versuchen sollen. Wenn man am Anfang Hilfe bei der Planung hat, ist das ein großer Vorteil. Sobald sie die erste Reise gemacht haben, werden sie sehen, dass es nicht nur möglich ist, sondern tatsächlich eine Menge Spaß macht und eine tolle Art zu reisen ist.

*EQC: Stromverbrauch kombiniert: 21,3 – 20,2 kWh/100 km | CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km | Mercedes-Benz EQC 400 4MATIC

Wer ist Felix Hamer?

Felix Hamer ist Blogger für Elektromobilität.

Felix Hamer ist Blogger aus den Niederlanden, der sich leidenschaftlich für Roadtrips mit Elektrofahrzeugen interessiert. Er bietet Planung und Beratung zu EV-Roadtrips und nimmt Sie mit auf seine Reisen, wenn Sie möchten.

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