Mit Blockchain gegen Kilometer­manipulation Interview mit Dr. Andreas Dürr, Head of Digital Connected Products

17. November 2020 - Im Zuge der Digitalisierung verändern sich Alltag und Fahrverhalten und damit auch die Bedürfnisse unserer Kunden. Im Gespräch mit Dr. Andreas Dürr, Head of Digital Connected Products, erklärt er uns, wie sein Team flexible digitale Produkt entwickelt, die Autofahrern einen wirklichen Mehrwert bieten. Außerdem: An welchem Produkte Dürr aktuell arbeitet und wie der Gebrauchtwagenmarkt davon profitieren kann.

Hallo Andreas, wie kann man sich die Arbeit deiner Abteilung Digital Connected Products vorstellen?

Wir entwickeln digitale Services mit dem Ziel die Kernprodukte Finanzierung, Leasing und Versicherung von Daimler Mobility auf die Anforderungen unserer Kunden abzustimmen. In erster Linie geht es darum, dem Kunden mit flexibleren Produkten einen Mehrwert zu bieten.

Hast Du hierfür ein Beispiel?

Bei unserem Versicherungsprodukt "Pay How You Drive" können sich unsere Kunden ihr Fahrverhalten messen lassen. Wer vorsichtiger fährt und dadurch einen niedrigeren "Driver Score" hat, zahlt weniger für seine Versicherung. Ein Algorithmus berechnet ihnen dann einen Rabatt. Mit dem Produkt Dynamic Lease bieten wir auch nutzungsbasierte Leasingraten an, die sich anhand des Kilometerstands eines Fahrzeugs errechnen. So bezahlt der Kunde nur für das, was er gefahren ist. Wir arbeiten aber auch daran, die Prozesse im Hintergrund zu digitalisieren. Denn je effizienter wir unsere Prozesse gestalten, desto mehr Kosten können wir und letztendlich der Kunde sparen.

Könntest du erklären, wie Dynamic Lease genau funktioniert?

Bei Dynamic Lease wird die Leasingrate monatsgemäß bestimmt und hängt davon ab, wie häufig der Kunde das Fahrzeug genutzt hat. Es gibt einen Fixbetrag und einen variablen Betrag, dieser basiert auf den tatsächlich gefahrenen Kilometern. Die gefahrenen Kilometer werden gemessen und benutzt, um den Endpreis für die monatliche Rate zu berechnen. In einem Monat, in dem man wenig fährt, zahlt man dann auch entsprechend weniger. Gerade in der Corona-Zeit ist so ein Produkt für unsere Kunden attraktiv, denn man möchte ja ungern zahlen, wenn das Fahrzeug nur vor der Haustür steht.

Ihr arbeitet sicherlich auch an neuen Produkten. Welche Dienste sollen in Zukunft auf den Markt kommen?

Wir arbeiten mit der Blockchain Factory an einem neuen Produkt, das wir jetzt in UK pilotieren wollen. Es nennt sich Car Mileage Zertifikat. Hier geht es darum, ein digitales und automatisiertes Zertifikat zu erstellen, ähnlich wie bei einer Schufa-Auskunft, das die echte Kilometerlaufleistung eines Fahrzeugs angibt. Das kann im Gebrauchtwagenmarkt helfen und wir als Daimler Mobility haben einen weiteren Kunden-Touchpoint im zweiten Lebenszyklus eines Fahrzeugs.

Dr. Andreas Dürr, Head of Digital Connected Products, entwickelt mit seinem Team flexible digitale Produkt, die Autofahrern einen zusätzlichen Mehrwert bieten.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Es gibt alleine in Deutschland durch Kilometerstandmanipulation jedes Jahr einen Schaden von 6 Milliarden Euro. Deshalb versuchen wir ein Produkt zu entwickeln, das diese Manipulation mittels selbst entwickelter Algorithmen unterbindet. Wenn unsere Kunden ihren Mercedes verkaufen wollen, bekommen sie von uns zertifiziert, dass der Gebrauchtwagen auch wirklich die angegebene Kilometerlaufleistung hat. Mit diesem Zertifikat wirken unsere Kunden beim Weiterverkauf ihres Gebrauchtwagens noch vertrauenswürdiger.

Was sind die wichtigsten Lektionen, die du im Laufe deiner Karriere gelernt hast?

Da gibt es ganz viele! Eine ist zum Beispiel, dass es immer nur zusammen geht. Teamwork ist für mich das A und O. Wenn abteilungs- und funktionsübergreifend alle am gleichen Strang ziehen, finden wir gemeinsam eine Lösung. Eine meiner wichtigsten Aufgaben als Führungskraft ist es, meine Mitarbeiter so zu unterstützen, dass sie den besten Job machen können. Durch die starke Zusammenarbeit hat man auch letztlich mehr Spaß. Eine weitere wichtige Lektion ist, sich ständig weiterzuentwickeln – fachlich aber auch persönlich – und flexibel zu bleiben. Das ist insbesondere in dieser schnelllebigen Zeit sehr wichtig.

Was magst du besonders an deinem Job?

Was mir besonders viel Spaß macht, ist die Arbeit an innovativen Themen, Einsatz neuer Technologien und Produkte mit hohem Kundennutzen zu entwickeln. Ebenfalls gefällt mir der Austausch mit so vielen unterschiedlichen Menschen und das Kennenlernen neuer Kulturen und Themen. Aktuell sind wir in über 25 Märkten live, bald werden es 30. Mit fast jedem dieser Märkte hatte ich Berührungspunkte. Gemeinsam die Produkte live zu bringen sowie der interkulturelle Austausch macht mir sehr viel Spaß.

Und zum Schluss: Was war dein Highlight des Jahres 2020?

Mein Highlight war, dass wir trotz der Corona-Zeit so viel gemeinsam geschafft haben. Wir haben Produkte entwickelt, Piloten gestartet, mit unseren Produkten neue Märkte erschlossen, und das alles von zuhause aus. Das hat mich echt beeindruckt. Ich glaube auch, dass wir durch diese Erfahrungen als Team stärker zusammengewachsen sind.

Mit dem Produkt Dynamic Lease bietet Daimler Mobility nutzungsbasierte Leasingraten an, die sich anhand des Kilometerstands eines Fahrzeugs errechnen.

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